Delegationsreise der WJ Karlsruhe
Indien auf Wachstumskurs
Indien verzeichnet ein beeindruckendes wirtschaftliches und digitales Wachstum, das die Delegation der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe während einer zehntägigen Reise intensiv erlebte. In Trivandrum im Bundesstaat Kerala reiste die Gruppe mit 27 Teilnehmenden an – die größte deutsche Delegation vor Ort. Vertreter der lokalen Wirtschaft sowie der Bildungs- und Finanzminister von Kerala eröffneten vielfältige Gespräche über Kooperationen und Investitionen. Das Programm führte zudem zur Kerala Academy for Skills Excellence (KASE), in den Technopark Trivandrum, zu Allianz Services India und ins Goethe‑Zentrum Trivandrum. Die Backwater-Tour und die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit setzten besondere Akzente.
Starkes Wirtschaftswachstum und globale Rolle
Die indische Wirtschaft zählt zu den am schnellsten wachsenden weltweit: Im ersten Quartal 2025 erreichte das Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr. Das Land hat sich laut aktuellen Angaben auf Platz drei-größter Start-up-Ökosysteme weltweit etabliert – über 159.000 vom Staat anerkannte Start-ups bis Mitte 2024. Diese Dynamik zeigt sich auch im Branchenmix: Von Digitalisierung über Fertigung bis zur Infrastruktur wächst Indien breit.
Digitalisierung und Finanzinnovation – das Erfolgsmodell UPI
In Bangalore – mit rund 15 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern, davon etwa eine Million im IT-Sektor – besuchten wir unter anderem SAP India, das „SAP Experience Center Bangalore“, L&T Technology Services sowie den Start-up-Verband NASSCOM. Besonders eindrucksvoll: das staatlich initiierte digitale Zahlungssystem Unified Payments Interface (UPI), das blitzschnelle Transaktionen ermöglicht und die Finanzdigitalisierung massiv vorantreibt. In der Start-up-Szene Indiens wächst nicht nur die Anzahl günstiger Gründungsbedingungen, sondern auch die Diversifizierung in Deep-Tech, FinTech, SpaceTech und Cleantech.
Start-ups, Technologie und Bildung: Indiens Aufbruch in neuen Industriesektoren
Die Start-up-Bewegung in Indien trägt bereits erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei: Zwischen 2016 und 2023 haben Start-ups etwa 10 bis 15 % zum BIP-Wachstum beigetragen. Bis Anfang 2025 wurden über 159.000 Start-ups vom Staat anerkannt. In der Metropole Bangalore entstehen jährlich Tausende Neugründungen – unterstützt durch Förderprogramme und relativ geringe bürokratische Hürden. Diese Entwicklungen machen deutlich: Indien wird mehr und mehr zu einem globalen Innovationszentrum.
Tradition und Strukturwandel: Infrastruktur, Mobilität und regionale Chancen
In Pune standen Unternehmen wie SEW‑EURODRIVE India Private Limited, gegründet in Bruchsal und spezialisiert auf Antriebstechnik, sowie die Automotive Research Association of India (ARAI) im Zentrum – Beispiele für Indiens Wandel im Automobil- und Fertigungssektor. Die Infrastruktur- und Mobilitätsagenda des Landes schafft Rahmenbedingungen für Wachstum und Wertschöpfung auch außerhalb großer Metropolen.
Gleichzeitig bleiben jedoch regionale Unterschiede und große gesellschaftliche Kontraste sichtbar: Märkte, Gewürze, Blumen … aber auch Armut, Müll, Verkehr und enorme Menschenmengen.
Marktchancen für deutsche Unternehmen: Kooperationen, Investitionen, Ausblick
Indien präsentiert sich als Land der Zukunft – jung (Durchschnittsalter circa 28 Jahren), innovativ, rasant wachsend – voller Talente, Chancen und Gegensätze. Mit Blick auf deutsche Unternehmen eröffnen sich vielfältige Ansatzpunkte für Kooperationen, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Fertigung, Automobiltechnik und Qualifizierung. Die Reise bot wertvolle Einblicke in Wirtschaft, Kultur und gesellschaftliche Entwicklungen – sowohl in intensiven Gesprächen mit lokalen Akteuren als auch im Austausch mit den Teilnehmenden. Diese Erfahrung wirkt nach und weitet den Blick auf einen der spannendsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre.
Die Reise war eine intensive Zeit – mit vielen Denk- und Handlungsansätzen für die Zukunft.
Vielen Dank an Manuel Bischoff für die engangierte und großartige Organisation der Reise. Ein Dank geht auch an Bernhard Krieger, hands on solution GmbH, der uns vor Ort mit seinen wertvollem Netzwerk und Indien-Erfahrungen begleitet hat.
















