Die neue welle ist DER Radiosender in der Region Karlsruhe. Wieder.

„Immer deine Lieblingsmusik“:

Mit dem Arbeitskreis Marketing haben wir bei einer Betriebsbesichtigung einen spannenden Einblick in die Unternehmensentwicklung des privaten Lokalsenders bekommen und durch die Studioführung Exklusives aus dem Radioalltag erfahren.

Wer entscheidet eigentlich, welche Songs im Radio laufen? Lieder werden in regelmäßigen Umfragen von einem zufällig ausgewählten Hörerkreis mit Schulnoten bewertet, erzählt uns Nachrichtensprecher Marco Schenk. So kann es passieren, dass ein Song vorübergehend aus dem Programm fliegt, zu einem späteren Zeitpunkt aber wieder aufgenommen wird.

Die Song-Files kauft der Karlsruher Sender – wie Privatpersonen auch – bei einem Streaminganbieter, zum gleichen Preis. Der große Unterschied liegt dann in der nachfolgenden GEMA-Abgabe, die sich unter anderem nach der Sendezeit des jeweiligen Lieds bemisst.

Laut der neuesten Mediaumfrage aus dem Sommer 2025 hören so viele Menschen wie noch nie den Sender mit der Hauptfrequenz 101,8 MHz. Im Durchschnitt sind das 51.000 Hörerinnen und Hörer pro Stunde, 280.000 pro Tag und regelmäßig sogar 725.000 – inklusive der online user. Das ist eine Entwicklung, die vor einigen Jahren noch ganz anders aussah, wie uns Geschäftsführer Robin Schuster schildert.

In den späteren 2010er-Jahren bis einschließlich 2018 waren Umsatz und Hörerzahlen des Senders konstant rückläufig. Für das Medienunternehmen, das sich zum Hauptteil über Werbeeinnahmen finanziert, musste eine grundlegende Veränderung her.

Neuausrichtung sorgt 2019 für deutlichen Aufschwung

Mit seiner Amtsübernahme initiierte Schuster eine inhaltliche und unternehmerische Neuausrichtung. Gemeinsam mit seinem Team konnte er schon nach einem Jahr Umsatz und Reichweite um ein Vielfaches erhöhen. Ein Hauptgrund dafür war die Rückbesinnung auf die Faktoren, die einen Lokalsender ausmachen: ein starker regionaler Bezug, der auch crossmedial erlebbar wird, mehr Lockerheit in der Moderation und eine spürbare Nähe zum Publikum.

So passt es auch ins Bild, dass das neue Welle-Moderationsstudio kein ausgekleideter, komplett schallisolierter Raum ist, wie sich das wahrscheinlich einige von uns vorgestellt hatten. Moderator Jan Zipperer sitzt in einem Studio mit großen Fenstern, die Richtung City-Park hinausgehen. Auch wenn es sich das Technikteam anders wünscht, nimmt er seine Moderationen oft mit gekipptem Fenster auf, verrät er uns schmunzelnd. Viele Stammhörerinnen und -hörer erkennt er wieder, weil sie fast täglich in der WhatsApp-Leitung sind.

Radiosender von heute müssen crossmedial denken und arbeiten

Um als Lokalradiosender in der heutigen Zeit relevant zu bleiben, braucht es jedoch weit mehr als diese Echtheit und Nähe, macht Schuster deutlich. Radio muss weiter und breiter gedacht werden, um unternehmerisch erfolgreich zu sein.

So findet die neue welle mittlerweile nicht mehr nur im Radio zu Hause oder im Auto statt, sondern ist in der Region über viele weitere Kanäle präsent. Offline und online. Beispielsweise ist der Sender bei großen Events wie „Das Fest“ vertreten, bei lokalen News oft live vor Ort dabei und auch verstärkt in den sozialen Medien aktiv. Mitentwickelte Formate wie die online abrufbare „Martin Wacker Show“ und die beliebte Netzwerk-Veranstaltung „Purple Night“ spielen sich zwar außerhalb des Radioprogramms ab, sorgen jedoch für Sichtbarkeit und eine nachhaltige Verbindung zwischen Sender und Zielgruppe.

Vielen Dank für den Einblick ins echte Radioleben und die Prognose für das Radio der Zukunft.

von Linda Nier