Besuch der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal
Blick hinter die Kulissen
Am 12. Mai 2026 besuchten wir, die Wirtschaftsjunioren Karlsruhe, die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal. Der Besuch bot einen umfassenden Einblick in die Organisation, Ausbildung und Bedeutung der Feuerwehr im Land sowie in die moderne Infrastruktur der Schule.
Zu Beginn wurden wir von Ann-Sophie Elsenhans aus der Stabsstelle Schulleitung herzlich empfangen. In einer einleitenden Runde erhielten wir grundlegende Informationen zur Struktur der Feuerwehr in Baden-Württemberg. Dabei wurde insbesondere erläutert, wie die Feuerwehr organisiert ist, welche Abläufe im Einsatzfall greifen und wie die Hierarchien aufgebaut sind.
Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der Personalstruktur: Insgesamt gibt es über 115.577 aktive Feuerwehrangehörige in Baden-Württemberg (Stand 2025), von denen mehr als 97% ehrenamtlich tätig sind. Diese Zahlen unterstreichen die immense Bedeutung des Ehrenamts für den Bevölkerungsschutz. Im anschließenden offenen Austausch wurde dieses Engagement intensiv diskutiert – ebenso wie die Tatsache, dass die Feuerwehr nach wie vor stark männerdominiert ist.
Im weiteren Verlauf wurde die Entwicklung der Landesfeuerwehrschule selbst beleuchtet. Aufgrund von Platzmangel und fehlender Modernität am alten Standort wurde die Schule im April 2017 in einen neu errichteten Gebäudekomplex in Bruchsal verlegt. Die neuen Einrichtungen bieten optimale Bedingungen für Ausbildung und
Austausch: Neben modernen Lehrräumen stehen Unterkünfte für rund 210 Personen in Einzelzimmern, eine Mensa, ein Casino sowie vielfältige Begegnungsflächen zur Verfügung.
Das pädagogische Konzept der Schule ist deutlich spürbar und wurde maßgeblich durch einen früheren Leiter geprägt, der selbst aus der Pädagogik kam. Offene Lernkonzepte, flexible Raumgestaltung und praxisorientiertes Lernen stehen im Vordergrund – ganz im Sinne des Leitsatzes „Ausbildung zum Begreifen“.
Auch architektonisch und gestalterisch hat die Schule einiges zu bieten. Im Rahmen von „Kunst am Bau“ finden sich zahlreiche besondere Elemente auf dem Gelände: So dient beispielsweise der „Platz des Unterflurhydranten“ als Begegnungsstätte. Versteckte Kunstwerke wie ein Barcode auf einer Glasscheibe oder der sogenannte „Puls“, der eine überdimensionale Schlagader darstellt, laden zur Entdeckung ein. Die Wache mit ihren charakteristischen roten Stühlen fördert zusätzlich eine offene und kommunikative Lernatmosphäre.
Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung ist die realitätsnahe Übung. Im sogenannten Löschhaus können unterschiedlichste Einsatzszenarien trainiert werden und weitere Szenarien wie ein Fahrzeugbrand im Wasser oder ein Unfall auf Bahngleisen. Diese praxisnahen Trainingsmöglichkeiten sind essenziell für die Vorbereitung auf den Ernstfall.
Die Landesfeuerwehrschule ist ganzjährig stark ausgelastet: Mit über 300 Veranstaltungen pro Jahr, darunter Schulungen und Lehrgänge für Teilnehmende aus ganz Baden-Württemberg, spielt sie eine zentrale Rolle in der Ausbildung der Feuerwehr.
Aktuell liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Führungsthemen, um Einsatzkräfte optimal auf verantwortungsvolle Positionen vorzubereiten. Der Besuch bot uns einen wertvollen Einblick in eine Organisation, die wesentlich zur Sicherheit der Gesellschaft beiträgt, und verdeutlichte zugleich die große Bedeutung ehrenamtlichen Engagements.
