Zehn Praktikumsplätze in zwei Stunden für junge Migranten und Flüchtlinge in Karlsruhe – Die Wirtschaftsjunioren Karlsruhe forderten ihren Bundesvorsitzenden und Stellvertreter zu einem Wettkampf der besonderen Art.

Um elf Uhr am Montagmorgen, 30. Mai 2016  fiel der Startschuss. Horst Wenske, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren und Karlsruher Unternehmer sowie sein Stellvertreter Alexander Kulitz hatten zwei Stunden Zeit, um für zehn junge Migranten und Flüchtlinge einen Praktikumsplatz zu organisieren. Diese Aufgabe stellte ihnen das Führungsteam der Karlsruher Wirtschaftsjunioren. Wenske und Kulitz sind ab sofort auf einer Tour quer durch Deutschland. Unter dem Stichwort WJD-Challenge kann jeder besuchte Kreis die beiden mit einer Aufgabe im Stil der ehemaligen Stadtwette bei Wetten dass herausfordern.

Beim Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes Baden in Karlsruhe warteten die jungen Leute im Alter von 16 bis 24 Jahren mit ihren Praktikumswünschen auf die beiden. Sie kommen aus Thailand, Syrien, Polen, Ukraine, Mexiko, Rumänien, Usbekistan und Kasachstan. „Praktikumsplätze können zwei Ziele haben, die Dauer und die Berufsrichtung“, erläutert Wenske. Die Berufs- und Praktikumsvorstellungen der Anwesenden sind meist schon sehr konkret, manche bringen schon ein Studium oder Berufserfahrung z.B. im Frisörhandwerk mit. Für einige ist ein Praktikumsplatz aber auch erst der erste Schritt, um den Wunschberuf z.B. im Kfz- Handwerk kennenzulernen. Die Praktikumswünsche sind vielfältig, Mohamad aus Syrien möchte z.B. Journalist beim Radio oder Fernsehen werden. Das Praktikum wäre sein Berufseinstieg nach der Schule. Ahmaed studierte in Syrien bereits Pharmazie, in Deutschland ist sein Berufswunsch Programmierer. Cristina aus Rumänien hat romanische Literatur und Antroposophie studiert, bevor sie in der Qualitätskontrolle in einem Betrieb arbeitete. Eine Ausbildung als Erzieherin ist ihr Berufsziel, für das sie jetzt ein Praktikumsplatz sucht. Diana hat in Rumänien Tourismus und Geographie studiert, jetzt möchte sie in einem Reisebüro, als Bürokauffrau oder als Sekretärin arbeiten. Pavlo aus der Ukraine ist studierter Informatiker mit einem Bachelorabschluss. Er kann bereits drei Programmiersprachen. Bei den Jugendlichen mit IT-Kenntnissen wechselte Horst Wenske im Gespräch ins Englische und gewann gleich vor Ort einen ersten Eindruck der Sprachkenntnisse. Die deutsche Sprache lernen die Jugendlichen z. Z. in Sprachkursen beim Internationalen Bund Baden. „Bis zum B1 Level sind die Deutschkurse von staatlicher Seite finanziert“, berichten Benita Sommer und Lena Khuen-Belasi vom Internationalen Bund. Für das Bestehen von Prüfen in einer Ausbildung sind jedoch Deutschkurse im Level B2 notwendig. Die Finanzierung dieser Kurse ist für die Jugendlichen nicht durch den Staat gesichert.

Die Zusammenarbeit der Wirtschaftsjunioren und dem Internationalen Bund hat innerhalb zwei Stunden 11 Praktikumsplätze ergeben. Die Challenge in Karlsruhe wurde also erfüllt. Es wurden Plätze im Kfz- und Sanitärhandwerk, im Groß- und im Einzelhandel sowie in der IT-Programmierung, in einer Filmproduktion und einer Werbeagentur gefunden,“ eine große Hilfe bei der Integration in der Region“.