„Anthropomatik“ – die Wissenschaft von der Symbiose zwischen Mensch und Maschine. Die Erforschung und Entwicklung menschengerechter Systeme mit den Mitteln der Robotik und Informatik ist seit rund einem Jahrzehnt ein Arbeitsschwerpunkt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Prof. Rüdiger Dillmann, Gründer und Leiter der Humanoids and Intelligence Systems Laboratories am KIT sowie der wissenschaftliche Sprecher des Schwerpunkts Anthropomatik ermöglichte 20 Junioren hochinteressante Einblicke in unterschiedliche Forschungsgebiete, die in Zukunft unseren Alltag sicher erleichtern und bereichern werden.

Roboter ARMAR, mit großen kugelrunden Augen und einer blauen Schildmütze der im Haushalt hilft, ist keine Zukunftsmusik mehr. Der humanoide Roboter kann Sprachkommandos verstehen und selbstständig umsetzen, etwa die Milch aus dem Kühlschrank holen. Er findet sich dank Kameras und Sensoren selber in der Küche zurecht, erkennt Gegenstände und greift sie mit dem notwendigen Feingefühl. Aber auch auf Gesten reagiert er und lernt beim Zuschauen. Wie man beispielsweise einen Tisch abwischt, schaut er sich einfach bei seinem menschlichen Gegenüber ab. Prof. Dillmann merkte jedoch an, dass die Fabrik der Zukunft nicht aus menschenleeren Produktionshallen bestehen wird, sondern dass die Arbeiten in enger Kooperation zwischen Menschen und Maschinen verrichtet werden würden.

Um das nächste Forschungsgebiet erleben zu können, wurden die Junioren in einen Operationssaal der alter Karlsruher Kinderklink geführt. Hier wurde anschaulich präsentiert, wie virtuelles Wissen für reale Probleme verwendet werden kann. Numerische Simulationen erlauben es, sich unzugängliche Räume, wie etwa das Körperinnere, zu erschließen. Die dreidimensionale visuelle Aufarbeitung der Daten bietet faszinierende Einblicke und Erkenntisse. Operationen am Herzen oder an der Leber kann der Chirurg am virtuellen Modell planen, das auf den Daten des zu behandelnden Patienten beruht, bevor auch nur ein Schnitt getan ist. Gerade im Bereich der minimalinversiven Chirugie sind Forschungsfortschritte in diesem Bereich essentiell.

Zu letzt wurde den Junioren, noch der weiltweit erste an einer Universität entwickelte automatische simultane Übersetzungsdienst per Computer vorgestellt. Das automatisierte Vorlesungsübersetzungsprogramm ist die Antwort auf die zunehmende Heterogenität der Studierenden. Das System des Vorlesungsübersetzers will helfen, Studierende aus dem Ausland ans KIT zu holen und Sprachbarrieren zu überwinden. Der Übersetzer zeichnet automatisch den Vortrag des Dozenten auf, verschriftet ihn und übersetzt ihn in Echtzeit ins Englische. Über ihren PC können die Studenten dann der Vorlesung folgen. Von dem Service profitieren jedoch nicht nur ausländische Studierende, sondern beispielsweise auch hörgeschädigte Personen.

Faszination und Begeisterung stand den Wirtschaftsjunioren nach dieser zukunftsweisenden Besichtigung ins Gesicht geschrieben.