Die Projektgruppe Bildungsdialog, bestehend aus Mitgliedern der Arbeitskreise Bildung & Wirtschaft und Politik der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe, veranstaltete am 13.03.2014 eine Neuauflage des „Bildungsdialogs“ in Form einer Podiumsdiskussion zum Thema: Berufliches Ausbildungs- und Schulwesen und dessen strukturelle Probleme – Duale Ausbildung und Fachkräftemangel  Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe Jens Bohlinger und den einleitenden Worten des IHK Vizepräsidenten Burkhard Freyberg begann die hitzig geführte Debatte der hochkarätig besetzten Runde. Unter der Leitung des Neue Welle Nachrichtenmoderators Patrick Sommer nahmen Marion von Wartenberg – Staatssekretärin des Kultusministeriums, Volker Werling als Vertreter der ausbildenden Wirtschaft, Herbert Huber als Vorsitzender des Berufsschullehrerverbandes Nordbaden und Johannes Hässler als Vertreter der beruflichen Schulen im Landesschülerrat zu den brisanten Themen des Abends Stellung.

Diskutiert wurde die paradoxe Entwicklung im Bereich der dualen Ausbildung: Zu wenig Jugendlichen gelingt in Baden-Württemberg der direkte Übergang von der Schule in den Beruf, gleichzeitig sind in diesem Herbst im Südwesten fast 5000 Lehrstellen unbesetzt geblieben.Die Gründe für diese negative Entwicklung liegen auf der Hand: Abiturienten entscheiden sich eher für ein Hochschulstudium als für eine duale Ausbildung und zusätzlich verbleiben zu viele Schulabgänger in schulischen Übergangssystemen.

Wie ist es nun möglich, dieses Dilemma zu lösen bzw. zumindest eine Verbesserung der aktuellen Situation herbeizuführen?

Diverse Ansätze wurden von den Teilnehmern der Podiumsdiskussion vorgetragen und Pro und Contra abgewogen. Ob es den Vertretern der Handwerksberufe gelingen mag, die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern, indem man eine Imagekampagne für das Handwerk (www.handwerk-power.de) startet oder Elternabende in Unternehmen organisiert, bleibt fraglich. Auch die neue Ausbildungsvorbereitung in dualer Form (AV dual), die sich vor allem an Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit speziellem Förderbedarf richtet, und aller Voraussicht nach 2015  starten soll, muss sich erst daran messen lassen, ob sie die bisherigen Übergangssysteme zu straffen und zeitlich zu reduzieren vermag. Und so ist das Fazit des diesjährigen Bildungsdialogs, dass bereits Maßnahmen ergriffen wurden, um den potenziellen Auszubildenden den Weg in die Berufsausbildung zu erleichtern; viele intelligente Ideen und Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung, denn Politik, Wirtschaft, Handwerk und die Schulen haben erkannt, dass es dringend notwendig ist, die aktuellen Strukturen gemeinsam zu verändern.

Jedoch laufen all diese Bemühungen ins Leere, wenn die Jugendlichen und Eltern nicht ebenfalls ihren Beitrag zur Verbesserung der aktuellen Situation leisten. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz lassen sich nur dann erhöhen, wenn Eigeninitiative und Engagement vorhanden sind, und Verantwortung für die eigene Zukunft übernommen wird.