Politik hautnah und das mit einem Minister der Landesregierung – dies gab es exklusiv für die 20 Teilnehmer des Businesslunches des Arbeitskreises Politik der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe. Untermalt von einem 3-gängigen Mittagsmenü berichtete Innenminister Reinhold Gall MdL seiner interessierten Zuhörerschaft aus seinem Arbeitsalltag als Minister und oberster Chef von Polizei, Feuerwehr, THW, Verfassungsschutz sowie der Regierungspräsidien im Land.

Speziell ging er auf die verantwortungsvolle und anstrengende Arbeit der Polizei im Ländle ein und berichtete im Detail, wie sich die Bürger in Uniform für das Gemeinwesen einsetzten. Er machte hierbei deutlich, dass er sich insgesamt in der Bevölkerung aber auch im Besonderen in der Politik hier mehr Respekt, Vertrauen und Wertschätzung für die Arbeit der Angehörigen der Polizei wünsche und erwarte. Die Polizeistrukturreform, die von ihm in die Wege geleitet wurde, vernetze die jeweiligen Abteilungen besser, bündele Know-how und bringe dadurch mehr Polizisten auf die Straße.

Ein weiteres großes Thema war der Austausch, bzw. das Gewinnen von Informationen des Verfassungsschutzes und anderer nachrichtdienstlicher Institutionen wie z.B. durch die amerikanischen Geheimdienste. Dabei machte Gall mit klaren Worten deutlich, dass – bei aller berechtigten kritischen Haltung zu den Nachrichtendiensten – unser aller Sicherheit ohne diese absolut zu gewährleisten wäre. Ohne den Austausch von Informationen wie diesen könnten auch in Deutschland geplante Attentate, wie zum Beispiel der Sauerlandgruppe, nicht entsprechend verhindert werden.

Auch zwischen den kulinarischen Köstlichkeiten wurden viele interessante Fragen an ihn gestellt, beispielsweise zur Cyberkriminalität.

Ein Bankraub im 21. Jahrhundert verläuft nicht mehr mit Maske und Pistole, sondern geschieht am PC, wo innerhalb von Sekunden Millionenbeträge gestohlen werden. Hier bedarf es entsprechend ausgebildeter und vernetzter Fachkräfte sowie technischer Ausstattung bei den Entwicklungsbehörden, um mit den Kriminellen Schritt halten und diese schnellen Bewegungen über die ganze Welt aufklären zu können.

Auf großes Interesse stieß auch die aktuelle Einwanderungswelle von Flüchtlingen und die teilweise prekären Zustände bei der Unterbringung, die Land und Kommunen gleichermaßen fordert. Reinhold Gall verwies hier mit Nachdruck darauf, dass an vielen Stellen in kürzester Zeit pragmatische Lösungen geschaffen werden mussten und weiter geschaffen werden müssen, um diese Herkulesaufgabe zu meistern. Teilweise auch unter hinten Anstellung der sonst üblichen jeweiligen Verordnungen – hier müsse öfter die Handlungsweise pragmatisch den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Sei es beim Einsatz von THW und Feuerwehr zur Errichtung temporärer Unterkünfte oder auch bei der Unterbringung in Misch- und Gewerbegebieten.

Jens Bohlinger und die Leiterin des AK-Politik Martina Hurst bedankten sich sehr herzlich für die interessanten und leidenschaftlichen Ausführungen und das von viel Herzblut und Sachkenntnis gekennzeichnete Gespräch.