Das Programm der Kult-Tour-Nacht war den Teilnehmern im Vorfeld nicht bekannt. Ein Abend, der Rückblickend genug Material und Eindrücke für einen Reiseführer über Karlsruhe bietet. Ein Programm, dessen Einzelpunkte sich auch als Kapitelüberschriften in einem Hollywood-Film über Junggesellenabschiede wiederfinden könnten. Es ist Freitag, der 22. Juli 2016 und der „Arbeitskreis Internationales und Kultur“ hat eingeladen. Ziel der Veranstaltung: Einen Blick auf ungewöhnliche, kultige und kulturelle Einrichtungen und Betriebe der Fächerstadt zu geben.

Erste Station des Abends: die seit 92 Jahren existierende „Eismarie“ in Grötzingen. Der Betrieb ist inhabergeführt, legt höchsten Wert auf Qualität und der Enkel der Gründerin steht heute noch mit Leidenschaft im Labor und kreiert neue Eissorten, die Jung und Alt begeistern. Die Kostproben seines Könnens sind an dem heißen Sommertag mehr als willkommen.

Plötzlich rollt die nächste Überraschung des Abends an. Stilecht geht es mit einer kultigen weißen Stretch-Limousine zur nächsten Station.

Der nächste Haltepunkt befindet sich im Karlsruher Schlosspark. Hier trifft die junge Wirtschaft auf eine beschäftigt wirkende Gruppe junger Leute aus verschiedenen Nationen. Die Theatergruppe Tiyatro Diyalog aus Karlsruhe hat die Geschichte von „Alibaba und den 40 Räubern“ vorbereitet. Trotz des aufziehenden Regens schaffen es die Schauspieler eine großartige Geschichte mit einem Augenzwinkern zu erzählen.

Zügig geht es nun vor dem einsetzenden Regen mit der Limousine in die Karlsruher Innenstadt. Nicht wissend wohin es geht, stehen die Junioren plötzlich vor dem Mevlana. Wie die Wirtschaftsjunioren von dem Besitzer Hüseyin Taskin erfahren, befinden sie sich in der besten Dönerbude von Karlsruhe. Er kann die Behauptung aber unterstreichen, denn er ist von einem Team des KIT im Rahmen einer empirischen Studie zum „Dönerpräsidenten“ von Karlsruhe ernannt worden.

Der ursprüngliche Plan sollte, wie nun bekannt wird, mit einem Yufka auf der Hand weiter zum gerade stattfindenden „Fest“ führen. Das findet nur wenige Meter weiter in der Günther-Klotz-Anlage statt. Allerdings verrät ein flüchtiger Blick in die Runde, dass auch ein Superstar wie Rae Garvey es heute nicht mehr schaffen wird, die Teilnehmer auf das Festival zu locken. Mit dieser neuen Herausforderung konfrontiert, handeln die Organisatoren schnell und buchen kurzerhand eine Bahn im Bowling-Center. Als das Orga-Team um 22 Uhr die letzte Runde ausruft wird schnell klar. Bowling sollte noch nicht die letzte Station des Abends gewesen sein.

Weiter geht es in Richtung Karlsruher Rheinhafen. Vor einem unscheinbaren Industriegebäude stehend, wird plötzlich die Tür geöffnet und die Junioren werden in einen Raum geführt, der offensichtlich mit einer hohen Affinität zu Details und allerlei Technik gestaltet wurde. Der Gastgeber der Lokalität erzählt dann, wo sich die junge Wirtschaft eigentlich befindet. Als der Satz fällt: „Wir besichtigen ein SM-Studio“ schauen sich die Teilnehmer kurz ein wenig irritiert um. Die Gruppe braucht aber nicht sehr lange um aufzutauen und stellt eine Frage nach der anderen. Einen solch ungewöhnlichen „Wirtschaftsbetrieb“, so behaupten zumindest alle, hat bisher noch keiner besichtigt. Die Fragen kommen schnell auf Themen wie Ausbildung, Mitarbeitergewinnung und auch das Thema Führung wird natürlich mit den Gastgebern diskutiert.

Das Fazit: Es ist dem Arbeitskreis definitiv gelungen, einen ungewöhnlichen Blick auf einige spannende Karlsruher Kult-, Kultur- und Wirtschaftsbetriebe zu ermöglichen.