Karlsruhe. Der aktuelle Vorsitzende Benjamin Weiler (36), konnte  zur Jahresauftaktveranstaltung der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe am vergangenen Freitag Abend rund 80 Mitglieder und Gäste in den Räumen der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen begrüßen. Beim traditionellen Branchenabend eröffnete er das Wirtschaftsjuniorenjahr unter dem Motto „Leidenschaft und Verantwortung“: „Wir Junioren können viel mehr als nur Wirtschaft. Wir schauen über den Tellerrand und übernehmen dabei Verantwortung in der Gesellschaft“.

 

Mittelpunkt des Abends stand eine Liveumfrage zur wirtschaftlichen Lage und der Prognose für 2015. In einer Expertenrunde mit Gästen aus Wirtschaft und Politik wurden die Ergebnisse im Anschluss direkt diskutiert. Der Runde gehörten an: Landtagsabgeordnete Katrin Schütz (CDU), Marc Sesemann, Vorstandsmitglied der Sparkasse und Hausherr des Abends, Dr. Johannes Haupt, Vorsitzender der Geschäftsführung der  E.G.O.-Gruppe sowie IHK-Vizepräsident . Insgesamt zeigte sich eine gute Stimmung unter den Vertretern der jungen Wirtschaft in Karlsruhe. Knapp 60 Prozent gehen von einer positiven Geschäftsentwicklung in diesem Jahr aus, der Rest erwartet immerhin eine gleichbleibende Lage. Marc Sesemann bestätigt diese Einschätzung, die Investitionsbereitschaft der regionalen Unternehmen sei erfreulich gut. „Bürokratie und Fachkräftemangel, hier drückt der Schuh“, schränkt er ein und berichtet von seinen Gesprächen mit Unternehmern.

Während die Ukraine-Krise bei den meisten Wirtschaftsjunioren (noch) keine Auswirkungen zeigt, sieht das beim hidden Champion E.G.O. aus Oberderdingen schon anders aus. Haupt berichtete von insgesamt 40 Millionen Umsatzverlust auf den Märkten, die von dieser Krise betroffen sind.

Haupt richtete während der Diskussion auch deutliche Worte in Richtung Politik: „Regulative sind nicht gut“. Neben Mindestlohn und Frauenquote nannte er in diesem Zusammenhang die Mütterrente und das EEG. Die Wirtschaft sei robust trotz dieser Politik und nicht wegen ihr, kommentierte er das Umfrageergebnis zur Bewertung der Wirtschaftspolitik. Diese bekam von der Hälfte der Wirtschaftsjunioren immerhin die Note befriedigend, 17% bewerteten sie sogar mit gut.

Ein Ergebnis mit dem auch die Politikvertreterin Schütz zufrieden sein konnte. Sie appellierte an die Unternehmer, dass der Wettbewerb um die Talente vor allem über die weichen Faktoren gehe. Jungen Frauen und Männern sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtiger als ein hohes Einkommen.

 

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Diskutierten mit den Karlsruher Wirtschaftsjunioren zur aktuellen wirtschaftlichen Lage: Dr. Johannes Haupt, Gerd Stracke, Katrin Schütz und Marc Sesemann (v.links).